Die Welt der Casting Shows ist im musikalischen Profigeschäft genauso unbeliebt wie geachtet. Zumindest gilt dies für Deutschland – und für DSDS. Was Dieter Bohlen in dieser Show macht, war nie wirklich darauf aus, talentierte Musiker zu fördern. Eher ging es um das Stillen des voyeuristischen Verlangens, versagende Menschen zuzuschauen – gleichsam skurril, wie menschenverachtend. Dieter Bohlen darf in diesem Kontext direkt benannt werden, da dies verstärkt in Deutschland diese Ausmasse angenommen hat. Doch auch hierzulande haben, seit «The Voice», Casting Shows Zugang zu talentierten Musikern und nach und nach Akzeptanz in der Musikbranche gewonnen.

 

Beispiele dafür sind talentierte Musiker, wie der Karlsruher Max Giesinger, der nachhaltig musikalische Erfolge feiern darf. Der im Halbfinale der 6. Staffel ausgeschiedene Leipziger Musiker Friedemann Petter ging einen anderen Weg. Schon beim ersten Casting, den sogenannten «Blind Auditions», war auf dem Arrangement des vorgetragenen Liedes der Name des damals 27-jährigen Petter zu lesen. Einen gewissen Hitcharakter kann man dem Stück nicht absprechen.

 

Neben der Tätigkeit als Solopopkünstler ist Friedemann Petter auch in diversen A cappella Projekten tätig. So scheint es dann auch nicht allzu weit hergeholt, dass nun ein Chorarrangement aus seinen Federn im Netz viral geht. Mit fast 4.7 Mio Klicks ein sehr überraschender Erfolg für eine deutsche Chorversion eines internationalen Hits. Es ist «The Hanging Tree» das Titelstück aus «Die Tribute von Panem» im Original von James Newton Howard, interpretiert von Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence. Im Original selbst agiert ein einstimmiger Chor, der repetitiv den kurzen Text, fast schon mandrahaft, wiederholt. Das Arrangement von Friedemann Petter dagegen ist dazu konträr. Der Chor agiert hier mehr als Begleitung des Solos und setzt mit unvorhersehbaren Einwürfen Akzente. Das Zusammenspiel von Solo, Chor und Piano will sich so gar nicht an konventionelle Popchorarrangement halten und genau das ist das Besondere. Düster und geheimnisvoll – gleichzeitig aber auch frisch und modern.

 

Ein schöner Erfolg für eine deutsche Chorproduktion.